Die richtige Katzentoilette: Größe, Streu, Standort und Pflege
Haube oder offen, Bentonit oder Pflanzenstreu, wie viele Toiletten und wo: ein ausführlicher Ratgeber zur Katzentoilette, damit deine Katze sie gern benutzt und du ihre Gesundheit im Blick behältst.
Über kaum einen Gegenstand im Katzenhaushalt wird so wenig nachgedacht wie über die Katzentoilette. Man kauft eine im Zoofachhandel, füllt Streu hinein, stellt sie ins Bad und hofft, dass es klappt. Meistens klappt es auch. Aber wenn nicht, wird es schnell unangenehm, und Unsauberkeit gehört zu den häufigsten Gründen, warum Katzen ihr Zuhause verlieren.
Für eine Katze ist die Toilette ein wichtiger Ort. Sie ist dort verletzlich, und sie hat sehr genaue Vorstellungen davon, wie ein guter Platz aussieht. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Toilette sollte mindestens anderthalbmal so lang sein wie die Katze.
- Faustregel: eine Toilette mehr als Katzen im Haushalt, an verschiedenen Orten.
- Die meisten Katzen bevorzugen feine, klumpende, unparfümierte Streu.
- Klumpen täglich entfernen, die ganze Toilette regelmäßig reinigen.
- Veränderungen in der Toilette sind oft das erste Anzeichen einer Erkrankung.
Größe
Viele handelsübliche Katzentoiletten sind zu klein. Eine Katze möchte sich in der Toilette drehen, einen Platz auswählen, scharren und ihr Geschäft verrichten, ohne dass ein Teil von ihr über den Rand hängt. Als Faustregel gilt: Die Toilette sollte mindestens anderthalbmal so lang sein wie die Katze von der Nase bis zum Schwanzansatz. Bei einer großen Katze sind das schnell sechzig Zentimeter oder mehr.
Eine günstige und bewährte Alternative sind große Aufbewahrungsboxen aus Kunststoff. Für ältere Katzen kann man an einer Seite einen niedrigen Einstieg herausschneiden und die Kante glätten.
Formen
Offene Toilette
Eine einfache Schale mit Rand. Die meisten Katzen kommen gut damit zurecht. Sie haben Überblick, können schnell flüchten, und Gerüche stauen sich nicht. Nachteil: Streu wird leichter herausgescharrt.
Toilette mit Haube
Die Haube hält Gerüche und herausgeschleuderte Streu zurück, was viele Menschen schätzen. Für die Katze kann sie aber unangenehm sein: Unter der Haube sammelt sich Geruch, es ist dunkel, und eine unsichere Katze kann von einer anderen am Eingang abgefangen werden. Manche Katzen mögen Hauben, andere meiden sie. Wenn du unsicher bist, biete beide Varianten an und beobachte, welche bevorzugt wird. Eine Klappe am Eingang solltest du im Zweifel entfernen.
Toilette mit Einstieg von oben
Die Katze springt von oben in die Toilette. Das hält Streu und Hunde fern, ist aber für Kätzchen, ältere oder übergewichtige Katzen und Katzen mit Gelenkproblemen ungeeignet.
Selbstreinigende Toiletten
Elektrische Toiletten, die Klumpen automatisch entfernen, klingen praktisch. Manche Katzen erschrecken aber vor den Geräuschen und Bewegungen und meiden die Toilette danach. Außerdem verlierst du den täglichen Blick auf Menge und Beschaffenheit von Urin und Kot, ein wichtiger Hinweis auf die Gesundheit. Wenn du eine solche Toilette nutzt, gewöhne die Katze langsam daran und biete zusätzlich eine normale Toilette an.
Wie viele Toiletten?
Die Faustregel lautet: Anzahl der Katzen plus eins. Eine Katze braucht also zwei Toiletten, zwei Katzen brauchen drei. Viele Katzen nutzen gern eine Toilette für Urin und eine für Kot. In Mehrkatzenhaushalten verhindern mehrere Toiletten an verschiedenen Orten, dass eine Katze die andere vom Toilettengang abhält.
Zwei Toiletten nebeneinander zählen für Katzen übrigens oft nur als eine. Verteile sie in der Wohnung, in mehrstöckigen Häusern auf jeder Etage.
Standort
Ein guter Standort ist:
- ruhig: nicht neben Waschmaschine, Trockner oder Heizungsanlage, nicht in einem Durchgangsflur
- gut erreichbar: jederzeit zugänglich, ohne geschlossene Türen
- übersichtlich: mit Blick auf den Eingang und einem Fluchtweg, nicht in einer engen Nische, in der die Katze in die Enge getrieben werden kann
- getrennt von Futter und Wasser: Katzen fressen nicht gern neben ihrer Toilette
Wenn du eine Toilette verschieben musst, tu es schrittweise, um einige Meter pro Tag, oder stelle eine zweite Toilette am neuen Ort auf, bevor du die alte entfernst.
Katzenstreu im Vergleich
| Streuart | Eigenschaften | Zu beachten |
|---|---|---|
| klumpende Mineralstreu (Bentonit) | bindet Urin zu festen Klumpen, feine Körnung, von vielen Katzen bevorzugt | schwer, staubt je nach Sorte, gehört in den Restmüll |
| Silikatstreu | sehr saugfähig, bindet Geruch gut, leicht | nicht klumpend, Urin bleibt im Granulat, manche Katzen mögen die Körnung nicht |
| klumpende Pflanzenstreu (Holz, Mais, Getreide, Tofu) | leicht, oft kompostierbar oder in kleinen Mengen über Biomüll entsorgbar, je nach Kommune | Klumpen manchmal weicher, kann bei Feuchtigkeit schimmeln, Herstellerangaben zur Entsorgung beachten |
| nicht klumpende Holzpellets | günstig, saugfähig | grobe Körnung, viele Katzen mögen das Gefühl an den Pfoten nicht |
Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche, klumpende Streu ohne Duftstoffe. Fülle die Toilette mit einigen Zentimetern Streu, damit die Katze scharren kann.
Parfümierte Streu, Duftperlen und Toilettendeos überdecken Gerüche für menschliche Nasen, sind für die empfindliche Katzennase aber oft unangenehm. Sauberkeit ist der bessere Weg zu einer geruchsarmen Toilette.
Wenn du die Streu wechseln möchtest, mische die neue Sorte über ein bis zwei Wochen schrittweise unter die alte.
Reinigung
- Täglich: Klumpen und Kot mindestens einmal, besser zweimal am Tag entfernen. Verbrauchte Streu nachfüllen.
- Regelmäßig: Je nach Streuart alle ein bis vier Wochen die gesamte Streu austauschen und die Toilette mit heißem Wasser und einem milden, geruchsneutralen Spülmittel auswaschen. Gut trocknen lassen.
- Keine scharfen Reiniger: Chlor, Ammoniak und stark duftende Reinigungsmittel sind ungeeignet. Ammoniak riecht für Katzen ähnlich wie Urin.
- Hygiene: Nach dem Reinigen gründlich die Hände waschen. Schwangere sollten die Toilette möglichst nicht reinigen oder Handschuhe tragen.
Kunststofftoiletten werden mit der Zeit zerkratzt, und in den Kratzern setzen sich Gerüche fest. Ersetze die Toilette etwa einmal im Jahr.
Die Toilette als Gesundheitsspiegel
Ein täglicher Blick in die Toilette verrät viel über die Gesundheit deiner Katze. Achte auf:
- Größe und Anzahl der Urinklumpen: Mehr oder größere Klumpen können auf Nierenerkrankung, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion hinweisen.
- Viele kleine Klumpen: typisch für eine Blasenentzündung.
- Blut im Urin: rötliche Verfärbung, oft bei Blasenentzündung oder Harnsteinen.
- Kot: Konsistenz, Farbe, Menge, Würmer oder Blut.
- Keine Urinklumpen trotz häufiger Toilettengänge: Notfall, besonders bei Katern.
Kitten an die Toilette gewöhnen
Kätzchen lernen den Gebrauch der Toilette meist von der Mutter, und viele sind schon stubenrein, wenn sie mit zwölf Wochen ins neue Zuhause ziehen. Biete kleinen Kätzchen eine Toilette mit niedrigem Rand an, stelle sie nach dem Fressen und Schlafen hinein und lobe sie, wenn sie sie benutzen. Mehrere Toiletten in der Wohnung erleichtern die Eingewöhnung.
Häufige Fragen
Kann ich die Katzentoilette ins Badezimmer stellen?
Ja, wenn die Tür immer offen bleibt und die Toilette nicht direkt neben der lauten Waschmaschine steht.
Darf ich Katzenstreu in die Toilette spülen?
Nein, auch wenn manche Streu als „spülbar“ beworben wird. Katzenkot kann Erreger enthalten, und Streu kann Rohre verstopfen. Entsorge sie im Restmüll oder, wenn die Kommune und der Hersteller es erlauben, Pflanzenstreu im Biomüll.
Meine Katze scharrt nicht mehr nach dem Geschäft. Ist das bedenklich?
Manche Katzen scharren wenig oder gar nicht. Wenn eine Katze das plötzlich ändert, die Toilette nur noch kurz betritt oder auf dem Rand balanciert, kann sie etwas an der Toilette stören, oder sie hat Schmerzen. Prüfe Streu und Sauberkeit und lass sie bei weiteren Auffälligkeiten untersuchen.