Zum Inhalt springen
ZAVIKZarte Vierbeiner, kluge Katzenpflege

Fellpflege bei Katzen: Bürsten, Verfilzungen lösen, richtig baden

Wie oft und womit du Kurz- und Langhaarkatzen bürstest, wie du Verfilzungen schonend löst, wann ein Bad sinnvoll ist und was das Fell über die Gesundheit verrät.

Katzen sind berühmt für ihre Reinlichkeit. Sie verbringen einen großen Teil ihrer wachen Zeit mit Putzen, und ihre raue Zunge wirkt wie ein feiner Kamm. Trotzdem brauchen viele Katzen Unterstützung bei der Fellpflege: Langhaarkatzen, deren dichtes Fell schnell verfilzt, Katzen im Fellwechsel, ältere oder übergewichtige Katzen, die bestimmte Körperstellen nicht mehr erreichen, und kranke Tiere, die sich weniger putzen.

Regelmäßiges Bürsten verringert Haarballen und Haare auf dem Sofa, beugt Verfilzungen vor und ist eine Gelegenheit, deine Katze gründlich abzutasten. Für viele Katzen wird es außerdem zu einem Moment der Nähe, den sie genießen. Dieser Ratgeber zeigt, wie es geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurzhaarkatzen brauchen meist nur gelegentliches Bürsten, im Fellwechsel häufiger.
  • Langhaarkatzen sollten täglich gekämmt werden, besonders an Bauch, Achseln, Hosen und hinter den Ohren.
  • Gewöhne deine Katze in kurzen, angenehmen Einheiten an die Pflege.
  • Verfilzungen nie mit der Schere direkt an der Haut abschneiden. Hartnäckige Filze gehören in Profihände.
  • Baden ist bei gesunden Katzen fast nie nötig.

Warum Fellpflege wichtig ist

Weniger Haarballen: Lose Haare, die du ausbürstest, landen nicht im Magen deiner Katze.

Keine Verfilzungen: Verfilztes Fell zieht an der Haut, ist schmerzhaft, behindert die Bewegung und kann darunter liegende Hautentzündungen verbergen.

Gesundheitskontrolle: Beim Bürsten bemerkst du Flöhe, Zecken, Knoten, Wunden, Schuppen oder kahle Stellen früh.

Bindung: Gegenseitiges Putzen ist unter Katzen, die sich mögen, ein Zeichen der Zugehörigkeit. Viele Katzen erleben das Bürsten ähnlich.

Das richtige Werkzeug

WerkzeugGeeignet fürHinweis
Gummistriegel oder NoppenhandschuhKurzhaarlöst lose Haare sanft, wird von vielen Katzen gern akzeptiert
weiche BürsteKurzhaar, Finish bei Langhaarfür Glanz und lose Oberhaare
Kamm mit breiten und engen ZinkenLanghaarder wichtigste Helfer gegen Knoten; breite Seite zuerst
Zupfbürste (Slicker)Langhaar, Halblanghaarentfernt Unterwolle; vorsichtig verwenden, sie kann die Haut reizen
Unterwollkammdichte Unterwolle im Fellwechselnur sanft, nicht über die Haut schaben
Entfilzungskammkleine Knotenmit Bedacht, an der Haut festhalten

Wähle Werkzeuge mit abgerundeten Zinken. Bürsten, die die Unterwolle sehr stark entfernen, solltest du sparsam einsetzen, damit das Fell nicht ausdünnt oder die Haut gereizt wird.

So oft solltest du bürsten

  • Kurzhaarkatzen: einmal pro Woche reicht meist. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Katze ihr Fell wechselt, mehrmals pro Woche.
  • Halblanghaarkatzen: zwei- bis dreimal pro Woche, im Fellwechsel täglich.
  • Langhaarkatzen wie Perser: täglich. Ihr Fell ist so dicht und fein, dass schon wenige Tage ohne Pflege zu Knoten führen.
  • Ältere oder übergewichtige Katzen: öfter, weil sie Rücken und Hinterteil schlecht erreichen.

Die Katze an das Bürsten gewöhnen

Viele Katzen lieben das Bürsten, andere sind skeptisch. Mit Geduld gewöhnen sich die meisten daran:

  1. Den richtigen Moment wählen: Wenn die Katze entspannt und müde ist, etwa nach dem Spielen oder Fressen.
  2. Mit beliebten Stellen beginnen: Wangen, Kopf und Rücken. Bauch, Beine und Schwanz kommen später.
  3. Kurz halten: Anfangs nur wenige Striche, dann eine Belohnung. Lieber aufhören, solange die Katze noch entspannt ist.
  4. Belohnen: Ein Leckerli oder eine besondere Streicheleinheit nach dem Bürsten macht es zu einem angenehmen Ritual.
  5. Signale beachten: Zuckende Schwanzspitze, gedrehte Ohren und zuckende Haut sind Zeichen, dass es reicht.
  6. Steigern: Über Tage und Wochen die Dauer und die Körperbereiche erweitern.

Kätzchen, die früh an das Bürsten gewöhnt werden, akzeptieren es meist ihr Leben lang gelassen.

Richtig bürsten

Kurzhaar: Bürste mit einem Gummistriegel in Wuchsrichtung über den ganzen Körper. Lose Haare sammeln sich schnell im Striegel. Eine weiche Bürste zum Abschluss sorgt für Glanz.

Langhaar: Arbeite dich mit dem Kamm in Abschnitten vor. Hebe das Fell mit der einen Hand leicht an und kämme die darunter liegende Schicht von der Haut nach außen. Besonders gefährdet für Knoten sind:

  • hinter den Ohren
  • unter den Achseln
  • am Bauch
  • an der Innenseite der Hinterbeine und den „Hosen“
  • am Hals unter dem Halsband, falls die Katze eines trägt

Beginne mit der breiten Seite des Kamms und wechsle zur engen Seite, wenn das Fell knotenfrei ist.

Verfilzungen lösen

Kleine, lockere Knoten lassen sich oft mit den Fingern auseinanderzupfen. Halte das Fell dabei nah an der Haut fest, damit es nicht zieht, und arbeite dich von außen nach innen vor. Ein Entfilzungskamm kann helfen.

Nicht mit der Schere schneiden, wenn der Filz nah an der Haut liegt. Katzenhaut ist sehr dünn und dehnbar und wird beim Schneiden leicht mit angehoben. Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Unfällen bei der Fellpflege zu Hause.

Großflächige oder hautnahe Verfilzungen sollten von einer Tierärztin oder einem Katzenfriseur mit Erfahrung entfernt werden, meist mit einer Schermaschine. Bei sehr ängstlichen Katzen oder stark verfilztem Fell kann eine leichte Sedierung nötig sein, damit die Katze keinen Stress und keine Schmerzen hat.

Baden: fast nie nötig

Gesunde Katzen müssen nicht gebadet werden. Ihr Fell reinigt sich durch das Putzen selbst, und ein Bad entfernt schützende Hautfette. Die meisten Katzen empfinden Wasser zudem als großen Stress.

Ausnahmen sind:

  • starke Verschmutzung mit Stoffen, die die Katze nicht ablecken darf, etwa Öl, Farbe oder Chemikalien. In solchen Fällen sofort die Tierarztpraxis anrufen.
  • bestimmte Hauterkrankungen, bei denen die Tierärztin ein medizinisches Shampoo verordnet
  • manche ältere oder kranke Katzen, die sich nach Durchfall nicht mehr selbst säubern können

Wenn ein Bad nötig ist, verwende ein Shampoo speziell für Katzen und lauwarmes Wasser, halte Kopf und Ohren trocken, spüle sehr gründlich aus und trockne die Katze mit Handtüchern in einem warmen Raum. Ein Föhn ist für viele Katzen zu laut. Oft reicht es auch, nur die verschmutzte Stelle mit einem feuchten Tuch zu reinigen.

Was das Fell über die Gesundheit verrät

Ein gesundes Katzenfell ist glänzend, geschmeidig und dicht. Veränderungen können auf Probleme hinweisen:

Veränderungmögliche Ursache
stumpfes, struppiges FellKrankheit, Schmerzen, Nährstoffmangel, Alter
fettiges Fell am Rückendie Katze putzt sich dort nicht mehr, etwa wegen Übergewicht, Arthrose oder Krankheit
Schuppentrockene Haut, Übergewicht, Parasiten, Hauterkrankungen
kahle Stellenübermäßiges Putzen bei Stress, Allergien, Flöhe, Hautpilz
schwarze Krümel im FellFlohkot
verstärkter Haarausfall außerhalb des FellwechselsStress, Hormonstörungen, Erkrankungen

Bei deutlichen Veränderungen, besonders wenn sie mit Juckreiz, Gewichtsverlust oder Verhaltensänderungen einhergehen, lass deine Katze untersuchen. Hautpilz ist übrigens auch auf Menschen übertragbar.

Ergänzende Pflege

  • Augen: Bei manchen Rassen mit kurzer Nase tränen die Augen stark. Wische die Augenwinkel mit einem weichen, feuchten Tuch sanft aus, für jedes Auge ein eigenes.
  • Ohren: Gesunde Ohren reinigen sich selbst. Reinige nur den sichtbaren Teil der Ohrmuschel bei Bedarf mit einem weichen Tuch, niemals mit Wattestäbchen im Gehörgang.
  • Hinterteil: Bei Langhaarkatzen kann es helfen, das Fell um den After kurz zu halten, damit kein Kot darin hängen bleibt. Das kann die Tierarztpraxis zeigen.

Häufige Fragen

Darf ich meine Langhaarkatze im Sommer scheren lassen?

Eine Schur ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei starker Verfilzung. Das Fell schützt Katzen auch vor Hitze und Sonnenbrand. Regelmäßiges Auskämmen der Unterwolle ist im Sommer meist die bessere Lösung.

Meine Katze hasst die Bürste. Was tun?

Probiere ein anderes Werkzeug, etwa einen Noppenhandschuh, mit dem sich das Bürsten wie Streicheln anfühlt. Halte die Einheiten sehr kurz und verbinde sie mit Belohnungen.

Wie oft verliert eine Katze ihr Fell?

Vor allem im Frühjahr und Herbst gibt es einen deutlichen Fellwechsel. Wohnungskatzen, die wenig Temperaturunterschiede erleben, verlieren oft das ganze Jahr über mäßig Haare.

Weiterlesen

Passende Ratgeber