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Impfungen bei Katzen: Welche sind nötig, und wann?

Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut und Leukose: welche Impfungen Wohnungskatzen und Freigänger brauchen, wie die Grundimmunisierung bei Kitten abläuft und wie oft aufgefrischt wird.

Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, um Katzen vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Krankheiten wie die Katzenseuche, die früher ganze Würfe dahingerafft hat, sind dank Impfungen selten geworden. Gleichzeitig fragen sich viele Halterinnen und Halter, ob ihre Wohnungskatze überhaupt geimpft werden muss und wie oft eine Auffrischung wirklich nötig ist.

In Deutschland gibt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) Empfehlungen heraus, an denen sich Tierärztinnen und Tierärzte orientieren. Dieser Ratgeber erklärt die Grundzüge. Den konkreten Impfplan für deine Katze legst du mit deiner Tierarztpraxis fest, denn er hängt von ihrer Lebensweise und ihrem Gesundheitszustand ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Katze, auch eine reine Wohnungskatze, sollte gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft sein.
  • Freigänger brauchen zusätzlich einen Schutz gegen Tollwut; eine Impfung gegen Leukose ist für Freigänger häufig sinnvoll.
  • Kitten erhalten eine Grundimmunisierung mit mehreren Impfungen ab etwa der achten Lebenswoche.
  • Danach wird je nach Impfstoff und Risiko jährlich bis alle drei Jahre aufgefrischt.
  • Die jährliche Untersuchung ist auch dann sinnvoll, wenn keine Impfung fällig ist.

Gegen welche Krankheiten wird geimpft?

Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen ist keine harmlose Erkältung, sondern eine Infektion mit verschiedenen Erregern, vor allem dem Felinen Herpesvirus und dem Felinen Calicivirus. Typisch sind Niesen, Augen- und Nasenausfluss, Fieber und manchmal schmerzhafte Geschwüre im Maul. Besonders Kitten und geschwächte Katzen können schwer erkranken. Viele Katzen bleiben nach einer Infektion lebenslang Trägerinnen des Herpesvirus und erleben unter Stress immer wieder Schübe.

Die Impfung verhindert nicht in jedem Fall eine Ansteckung, mildert aber den Verlauf deutlich. Da die Erreger auch an Kleidung und Schuhen in die Wohnung gelangen können, ist die Impfung auch für reine Wohnungskatzen wichtig.

Katzenseuche

Die Katzenseuche, auch Panleukopenie genannt, wird durch ein Parvovirus verursacht. Sie führt zu schwerem Erbrechen, Durchfall, hohem Fieber und einem Zusammenbruch der weißen Blutkörperchen. Ungeimpfte Kitten sterben häufig daran. Das Virus ist in der Umwelt monatelang stabil und kann problemlos über Schuhe und Gegenstände in jede Wohnung getragen werden. Die Impfung schützt sehr zuverlässig.

Tollwut

Deutschland gilt seit Jahren als frei von der klassischen Tollwut bei Landtieren. Fledermäuse können aber Tollwutviren tragen, und für Reisen ins Ausland und die Rückkehr ist eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben. Für Freigänger wird die Impfung empfohlen. Wohnungskatzen, die nie reisen, brauchen sie in der Regel nicht. Außerdem kann eine fehlende Tollwutimpfung im Verdachtsfall erhebliche behördliche Folgen haben.

Leukose (FeLV)

Die Feline Leukämie wird durch ein Virus übertragen, das vor allem bei engem Kontakt zwischen Katzen weitergegeben wird, etwa durch gegenseitiges Putzen, gemeinsame Näpfe oder Bisse. Sie kann das Immunsystem schwächen und Tumoren verursachen. Die Impfung wird für Katzen empfohlen, die Kontakt zu fremden Katzen haben, also vor allem für Freigänger. Vor der ersten Impfung sollte die Katze auf das Virus getestet werden, denn bei bereits infizierten Katzen nützt die Impfung nichts.

Weitere Impfungen

Gegen einige andere Erkrankungen gibt es Impfstoffe, etwa gegen Chlamydien oder die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP). Sie werden nur in besonderen Situationen eingesetzt, zum Beispiel in Zuchten oder Tierheimen mit bekanntem Problem, und gehören nicht zum Standardschutz.

Wer braucht welche Impfung?

ImpfungWohnungskatzeFreigängerReisen ins Ausland
Katzenschnupfenjajaja
Katzenseuchejajaja
Tollwutin der Regel neinjavorgeschrieben
Leukosemeist nicht nötighäufig empfohlen, nach Testje nach Ziel und Kontakt

Auch Katzen, die in eine Tierpension gehen, sollten vollständig gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft sein. Viele Pensionen verlangen den Impfnachweis.

Die Grundimmunisierung bei Kitten

Kitten erhalten über die Muttermilch Abwehrstoffe, die sie in den ersten Lebenswochen schützen. Diese mütterlichen Antikörper können aber auch eine Impfung abfangen, sodass sie nicht wirkt. Da man nicht genau weiß, wann sie bei einem bestimmten Kätzchen verschwinden, werden Kitten mehrfach geimpft.

Ein typischer Ablauf, wie er sich an den Empfehlungen orientiert, sieht so aus:

  1. erste Impfung mit etwa 8 Wochen: Katzenschnupfen und Katzenseuche
  2. zweite Impfung mit etwa 12 Wochen: Katzenschnupfen und Katzenseuche, bei Freigängern gegebenenfalls Tollwut
  3. dritte Impfung mit etwa 16 Wochen: Katzenschnupfen und Katzenseuche
  4. Abschluss der Grundimmunisierung mit etwa 15 Monaten

Die Leukose-Impfung beginnt ebenfalls im Kittenalter und erfordert zwei Impfungen im Abstand einiger Wochen. Erwachsene Katzen mit unbekanntem Impfstatus erhalten eine verkürzte Grundimmunisierung mit zwei Impfungen.

Wie oft wird aufgefrischt?

Nach abgeschlossener Grundimmunisierung muss nicht jede Impfung jedes Jahr wiederholt werden. Wie oft aufgefrischt wird, hängt vom Impfstoff und vom Risiko ab:

  • Katzenseuche: bei den meisten Katzen etwa alle drei Jahre
  • Katzenschnupfen: je nach Risiko jährlich, etwa bei Freigängern, in Mehrkatzenhaushalten oder vor Pensionsaufenthalten, oder in längeren Abständen bei Wohnungskatzen mit geringem Risiko
  • Tollwut: je nach Impfstoff alle ein bis drei Jahre, wie vom Hersteller angegeben
  • Leukose: je nach Risiko in Abständen von ein bis drei Jahren

Deine Tierärztin wird den Plan an deine Katze anpassen. Wichtig ist, dass du den Heimtierausweis aufbewahrst, in dem jede Impfung eingetragen wird.

Die jährliche Untersuchung

Auch wenn nicht jedes Jahr eine Impfung fällig ist, sollte deine Katze einmal im Jahr gründlich untersucht werden. Dabei werden Gewicht, Zähne, Herz, Lunge, Augen, Ohren, Fell und Bauch kontrolliert. Viele Erkrankungen, die Katzen lange verbergen, werden so früh entdeckt. Ältere Katzen profitieren von zwei Untersuchungen im Jahr.

Nebenwirkungen

Die meisten Katzen vertragen Impfungen gut. Häufig sind leichte, vorübergehende Reaktionen in den ersten ein bis zwei Tagen: Müdigkeit, etwas weniger Appetit, leichtes Fieber oder eine kleine, empfindliche Schwellung an der Einstichstelle.

Selten kommt es zu allergischen Reaktionen mit Erbrechen, Atemnot oder Schwellungen im Gesicht, meist kurz nach der Impfung. Dann muss die Katze sofort zurück in die Praxis. Deshalb ist es sinnvoll, nach der Impfung noch einen Moment in der Nähe der Praxis zu bleiben.

Eine sehr seltene, aber bekannte Komplikation ist ein bösartiger Tumor an der Injektionsstelle, das sogenannte Fibrosarkom. Tierärzte impfen deshalb an bestimmten Stellen, häufig an den Gliedmaßen oder an der seitlichen Brustwand, und vermeiden unnötige Injektionen. Wenn eine Schwellung an der Einstichstelle länger als drei Monate besteht, größer als zwei Zentimeter ist oder einen Monat nach der Impfung noch wächst, sollte sie untersucht werden.

Das Risiko schwerer Nebenwirkungen ist deutlich geringer als das Risiko, an einer der Krankheiten zu erkranken, gegen die geimpft wird.

Häufige Fragen

Muss eine Wohnungskatze wirklich geimpft werden?

Ja, zumindest gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Die Erreger können über Kleidung, Schuhe und Gegenstände in die Wohnung gelangen, und bei einem Notfall, einem Umzug oder einem Pensionsaufenthalt ist die Katze plötzlich doch in Kontakt mit anderen Tieren.

Kann ich eine Impfung verschieben, wenn meine Katze krank ist?

Ja. Katzen sollten nur geimpft werden, wenn sie gesund sind. Bei einer akuten Erkrankung wird die Impfung verschoben. Bei chronisch kranken Katzen entscheidet die Tierärztin individuell.

Meine Katze hat ihre Impfung um ein paar Monate verpasst. Muss alles neu beginnen?

In der Regel nicht. Meist reicht eine Auffrischung. Bei sehr langen Lücken kann eine erneute Grundimmunisierung nötig sein. Frag deine Praxis.

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