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ZAVIKZarte Vierbeiner, kluge Katzenpflege

Nächtliches Toben und Wecken: So wird die Nacht wieder ruhig

Warum Katzen nachts toben und frühmorgens wecken, wie Jagdspiel und Abendmahlzeit helfen und wann nächtliches Rufen bei älteren Katzen ein Gesundheitsproblem ist.

Es ist drei Uhr nachts. Durch den Flur donnert etwas, das unmöglich nur vier Kilogramm wiegen kann. Dann ein Sprung auf das Bett, ein Sprung herunter, das Klirren eines umgestoßenen Gegenstands im Wohnzimmer. Um fünf Uhr sitzt die Katze auf deiner Brust, tippt mit der Pfote an deine Nase oder miaut neben deinem Ohr, bis du aufstehst und den Napf füllst.

Nächtliche Aktivität gehört zu den häufigsten Klagen von Katzenhalterinnen und Katzenhaltern. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich das Problem deutlich verbessern, wenn man versteht, warum Katzen nachts aktiv sind, und den Tagesablauf ein wenig anpasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Katzen sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv, nicht nachts wach wie Eulen.
  • Viel Schlaf am Tag und wenig Beschäftigung führen zu Energieüberschuss in der Nacht.
  • Eine intensive Spielrunde mit anschließender Mahlzeit vor dem Schlafengehen ist das wirksamste Mittel.
  • Reagiere auf nächtliches Wecken nicht mit Futter oder Aufmerksamkeit, sonst lernt die Katze, dass es sich lohnt.
  • Wenn ältere Katzen nachts plötzlich viel rufen, lass sie untersuchen.

Warum Katzen nachts aktiv sind

Katzen sind keine reinen Nachttiere, sondern vor allem dämmerungsaktiv. Ihre Beutetiere, Mäuse und andere kleine Nager, sind in der Dämmerung unterwegs, und darauf hat sich der Rhythmus der Katze eingestellt. Ihre Augen sind auf schwaches Licht spezialisiert, und in den frühen Morgenstunden und am Abend ist ihr Jagdtrieb am stärksten.

Dazu kommt, dass Wohnungskatzen tagsüber oft viele Stunden schlafen, besonders wenn ihre Menschen außer Haus sind. Wenn dann am Abend alle müde auf dem Sofa sitzen und früh ins Bett gehen, hat die Katze noch viel Energie, die irgendwohin muss. Das Ergebnis sind die bekannten nächtlichen Rennen durch die Wohnung, oft scheinbar ohne Anlass.

Kätzchen und junge Katzen sind besonders aktiv. Viele werden ab einem Alter von etwa zwei Jahren ruhiger.

Das Prinzip: Jagen, Fressen, Putzen, Schlafen

In der Natur folgt das Verhalten einer Katze oft einem Kreislauf: Sie jagt, erbeutet etwas, frisst, putzt sich und schläft. Diesen Kreislauf kannst du dir zunutze machen, um deine Katze auf die Nacht vorzubereiten.

So sieht ein gutes Abendritual aus:

  1. Etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen: eine intensive Spielrunde mit einer Federangel oder einem anderen Spielzeug, das Beute nachahmt. Lass die Katze anschleichen, hetzen, springen und fangen. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen oft, bis sie hechelnd oder schwer atmend innehält. Hör nicht abrupt auf, sondern lass das Spiel langsamer werden, wie eine Beute, die erschöpft ist, und lass die Katze am Ende den Fang machen.
  2. Direkt danach: eine Mahlzeit. Nimm dafür einen Teil der Tagesration, nicht zusätzliches Futter.
  3. Danach wird die Katze sich in der Regel putzen und einen Schlafplatz suchen.

Viele Katzenhalterinnen und Katzenhalter berichten, dass sich die Nächte schon nach wenigen Tagen dieses Rituals deutlich beruhigen.

Mehr Beschäftigung am Tag

Eine Katze, die tagsüber zwölf Stunden allein in einer reizarmen Wohnung schläft, kann abends kaum müde sein. Mehr Anregung am Tag hilft:

  • Futterspielzeug: Verteile einen Teil des Trockenfutters in Futterbällen, Fummelbrettern oder kleinen Verstecken. So muss die Katze für ihre Mahlzeiten arbeiten, auch wenn niemand zu Hause ist.
  • Fensterplätze: Ein Platz mit Blick nach draußen, vielleicht auf ein Vogelhäuschen, ist für viele Katzen wie Fernsehen.
  • Wechselndes Spielzeug: Räume Spielzeug nach ein paar Tagen weg und hole es später wieder hervor. Was neu ist, ist interessanter.
  • Kartons und Papiertüten ohne Henkel bieten Abwechslung zum Klettern und Verstecken.
  • Eine zweite Katze: Für junge, sehr aktive Einzelkatzen kann ein passender Spielgefährte eine große Hilfe sein, auch gegen nächtliches Toben.
  • Morgens spielen: Wenn möglich, eine kurze Spielrunde, bevor du das Haus verlässt.

Frühes Wecken: Was die Katze lernt

Wenn deine Katze dich um fünf Uhr weckt und du aufstehst, um sie zu füttern, lernt sie: Wecken lohnt sich. Mit jedem Erfolg wird sie hartnäckiger. Genauso lernt sie, wenn du sie streichelst, mit ihr sprichst oder sie auch nur ins Wohnzimmer trägst, dass ihr Verhalten Aufmerksamkeit bringt.

Die Lösung klingt einfach und ist doch schwer: nicht reagieren. Bleib liegen, schließ die Augen, sprich nicht mit ihr. Das bedeutet nicht, dass du sie ausschimpfen sollst, denn auch Schimpfen ist Aufmerksamkeit.

Rechne damit, dass es zunächst schlimmer wird. Wenn ein bisher erfolgreiches Verhalten plötzlich nicht mehr funktioniert, versuchen Katzen es zunächst intensiver: lauter miauen, mehr tippen, Gegenstände vom Nachttisch werfen. Fachleute nennen das ein Löschungsaufbäumen. Wenn du durchhältst, lässt das Verhalten danach meist deutlich nach.

Hilfreich sind außerdem:

  • Ein Futterautomat mit Zeitschaltung: Er öffnet sich zur gewünschten Zeit, etwa um sechs Uhr, und versorgt die Katze, ohne dass du aufstehen musst. Die Katze verbindet das Futter dann mit dem Automaten statt mit dir.
  • Erst aufstehen, dann füttern: Füttere nicht sofort nach dem Aufstehen, sondern geh zuerst ins Bad, koch dir einen Kaffee. So entsteht keine direkte Verbindung zwischen deinem Aufwachen und dem Futter.
  • Gegenstände wegräumen: Was vom Nachttisch geworfen werden kann, gehört abends in eine Schublade.

Die Schlafzimmertür: offen oder zu?

Ob deine Katze nachts im Schlafzimmer schlafen darf, ist deine Entscheidung. Wichtig ist, dass du konsequent bleibst. Wenn die Tür mal offen und mal geschlossen ist, wird die Katze immer wieder davor kratzen und rufen, weil es sich ab und zu lohnt.

Wenn du die Tür nachts schließen möchtest, gestalte den Rest der Wohnung für die Nacht attraktiv: ein gemütlicher, warmer Schlafplatz, Wasser, eine Toilette und vielleicht ein Futterspielzeug. Wenn die Katze anfangs an der Tür kratzt, kann ein Teppichläufer oder ein umgedrehtes Kratzbrett vor der Tür den Lärm mindern. Auch hier gilt: Öffne nicht, wenn sie ruft.

Wann nächtliche Unruhe ein Warnzeichen ist

Wenn eine Katze, die bisher ruhig war, plötzlich nachts sehr aktiv wird, laut ruft oder umherirrt, kann eine Erkrankung dahinterstecken, besonders bei älteren Tieren:

  • Schilddrüsenüberfunktion: Unruhe, Heißhunger, Gewichtsverlust, vermehrtes Trinken.
  • Bluthochdruck: kann zu Unruhe, Desorientierung und Sehstörungen führen, oft im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen.
  • Schmerzen, zum Beispiel durch Arthrose, die nachts beim Liegen zunehmen.
  • Nachlassendes Seh- und Hörvermögen: Katzen, die schlechter sehen oder hören, rufen nachts häufiger, weil sie sich unsicher fühlen.
  • Altersbedingte geistige Veränderungen, ähnlich einer Demenz, mit Desorientierung und nächtlichem Rufen.

Lass deine Katze in solchen Fällen untersuchen. Viele dieser Ursachen lassen sich behandeln. Bei älteren Katzen mit nachlassenden Sinnen hilft oft schon ein kleines Nachtlicht und ein Schlafplatz in der Nähe ihrer Menschen.

Unkastrierte Katzen

Unkastrierte Kätzinnen rufen während der Rolligkeit oft stundenlang laut, auch nachts. Unkastrierte Kater sind unruhig, wenn rollige Kätzinnen in der Nähe sind. Eine Kastration löst dieses Problem in der Regel.

Häufige Fragen

Meine Katze rennt jede Nacht wie verrückt durch die Wohnung. Ist das normal?

Kurze, wilde Rennphasen, oft „Zoomies“ genannt, sind bei jungen Katzen sehr häufig und meist harmlos. Sie bauen überschüssige Energie ab. Mehr Spiel am Abend hilft.

Kann ich meiner Katze etwas zur Beruhigung geben?

Gib keine Beruhigungsmittel ohne tierärztliche Untersuchung. Viele Mittel für Menschen sind für Katzen gefährlich. Meist helfen Veränderungen im Tagesablauf mehr als jedes Mittel.

Wie lange dauert es, bis die Nächte ruhiger werden?

Mit einem konsequenten Abendritual und dem Ignorieren des Weckens bemerken viele schon nach ein bis zwei Wochen eine Verbesserung. Bei sehr gefestigten Gewohnheiten kann es länger dauern.

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