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ZAVIKZarte Vierbeiner, kluge Katzenpflege

Futter richtig umstellen: So klappt der Wechsel ohne Bauchweh

Warum Katzen bei neuem Futter skeptisch sind, wie du über sieben bis zehn Tage schrittweise umstellst, was bei wählerischen Katzen hilft und warum Hungern lassen gefährlich ist.

Es gibt viele gute Gründe, das Futter einer Katze zu ändern: Die Tierärztin empfiehlt ein Diätfutter, die Katze ist zu dick, die Lieblingssorte wird nicht mehr hergestellt, oder du möchtest mehr Nassfutter füttern. Doch wer schon einmal versucht hat, einer Katze von heute auf morgen ein neues Futter vorzusetzen, kennt das Ergebnis: Sie schnuppert, dreht sich um und geht. Oder sie frisst, und am nächsten Tag liegt Durchfall in der Toilette.

Katzen sind bei ihrem Futter Gewohnheitstiere, und ihr Verdauungstrakt mag keine plötzlichen Veränderungen. Mit Geduld und dem richtigen Vorgehen gelingt die Umstellung trotzdem fast immer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stelle schrittweise um, über etwa sieben bis zehn Tage, bei empfindlichen Katzen länger.
  • Mische das neue Futter in steigenden Anteilen unter das gewohnte.
  • Lass eine Katze niemals hungern, damit sie das neue Futter frisst. Längeres Fasten kann eine gefährliche Leberverfettung auslösen.
  • Bei verordnetem Diätfutter: Sprich Probleme mit der Tierarztpraxis ab, statt eigenmächtig zurückzuwechseln.

Warum Katzen bei neuem Futter skeptisch sind

Katzen werden in ihren ersten Lebensmonaten auf bestimmte Geschmäcker, Gerüche und Konsistenzen geprägt. Eine Katze, die als Kitten nur Trockenfutter kannte, hält Nassfutter manchmal gar nicht für Nahrung, und umgekehrt. Hinzu kommt eine natürliche Vorsicht gegenüber Unbekanntem: In der Natur kann neues Futter gefährlich sein.

Gleichzeitig ist der Darm einer Katze auf das eingestellt, was sie regelmäßig frisst. Die Darmflora, also die Gemeinschaft der Bakterien im Darm, braucht einige Tage, um sich an neue Zusammensetzungen von Eiweiß, Fett und Ballaststoffen anzupassen. Ein abrupter Wechsel kann deshalb zu weichem Kot, Durchfall, Blähungen oder Erbrechen führen.

Der Umstellungsplan

Bewährt hat sich ein Plan über sieben bis zehn Tage, bei dem das neue Futter schrittweise unter das alte gemischt wird:

Tagealtes Futterneues Futter
1 bis 2drei Viertelein Viertel
3 bis 4die Hälftedie Hälfte
5 bis 6ein Vierteldrei Viertel
ab Tag 7nichts mehralles

Bei empfindlichen Katzen, älteren Tieren oder bei einem Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Futterarten kannst du jede Stufe auf drei, vier oder mehr Tage ausdehnen. Wenn der Kot weich wird, geh einen Schritt zurück und bleib dort ein paar Tage länger.

Bei Nassfutter ist das Mischen einfach. Bei Trockenfutter mischst du die Kroketten im Napf. Wenn du von Trocken- auf Nassfutter umstellen möchtest, ist das Mischen schwieriger, weil viele Katzen die Kroketten aus dem Nassfutter herauspicken. Dann hilft ein anderer Weg.

Von Trocken- auf Nassfutter

Diese Umstellung ist für viele Katzen besonders schwer, weil sich Konsistenz, Geruch und Fressgewohnheiten völlig ändern. Diese Schritte helfen:

  1. Feste Mahlzeiten einführen. Wenn bisher Trockenfutter den ganzen Tag zur freien Verfügung stand, stell zuerst auf zwei bis vier feste Mahlzeiten um. Eine Katze, die etwas Appetit hat, probiert eher Neues.
  2. Nassfutter zuerst anbieten. Biete zu Beginn jeder Mahlzeit eine kleine Menge Nassfutter an und erst danach das gewohnte Trockenfutter.
  3. Kroketten als Brücke nutzen. Leg ein paar Kroketten auf das Nassfutter oder zerbrösle sie darüber. So riecht das Neue vertraut.
  4. Die Temperatur anpassen. Nassfutter aus dem Kühlschrank riecht kaum. Auf Körpertemperatur angewärmt, etwa durch einen Löffel warmes Wasser, duftet es intensiver und wird lieber gefressen.
  5. Verschiedene Konsistenzen testen. Manche Katzen mögen Pastete, andere Stückchen in Soße, wieder andere Mousse. Probiere aus, was deiner Katze zusagt.
  6. Langsam die Trockenfuttermenge verringern. Über Wochen hinweg, nicht über Tage.

Diese Umstellung kann bei sehr geprägten Katzen mehrere Wochen dauern. Das ist in Ordnung.

Was du nie tun solltest: hungern lassen

Bei Hunden hört man manchmal den Rat, einfach abzuwarten, bis der Hunger groß genug ist. Bei Katzen ist das gefährlich. Wenn eine Katze über längere Zeit nichts oder viel zu wenig frisst, mobilisiert ihr Körper Fettreserven, und die Leber kann mit dem Abbau überfordert werden. Diese sogenannte hepatische Lipidose, eine Leberverfettung, ist eine ernste Erkrankung, die intensive tierärztliche Behandlung erfordert. Übergewichtige Katzen sind besonders gefährdet.

Deshalb gilt: Wenn deine Katze das neue Futter verweigert und insgesamt kaum frisst, gib ihr wieder das alte Futter und versuche es langsamer. Wenn sie länger als einen Tag gar nichts frisst, ruf die Tierarztpraxis an.

Tipps für wählerische Katzen

  • Kleine Mengen, frisch angeboten: Nassfutter, das stundenlang im Napf steht, verliert seinen Reiz. Biete kleine Portionen an und räume Reste nach etwa einer halben Stunde weg.
  • Ruhiger Futterplatz: Eine Katze, die beim Fressen gestört wird oder sich vor einer anderen Katze fürchtet, frisst schlechter.
  • Flacher Teller statt Napf: Manche Katzen fressen von einem flachen Teller lieber.
  • Keine riesige Auswahl: Wer seiner Katze ständig neue Sorten anbietet, sobald sie zögert, erzieht sie zur Mäkelei. Bleib bei einer Linie und ändere die Präsentation, nicht ständig das Produkt.
  • Leckerli sparsam: Eine Katze, die zwischendurch viele Snacks bekommt, hat zur Mahlzeit keinen Hunger.

Besonderheiten bei Diätfutter

Wenn die Tierärztin ein Diätfutter verordnet hat, etwa wegen Nierenerkrankung, Harnsteinen oder einer Futtermittelallergie, ist die Umstellung Teil der Behandlung. Manche Diäten schmecken Katzen weniger gut als ihr gewohntes Futter, etwa weil sie weniger Phosphor oder Eiweiß enthalten.

Hier ist Geduld besonders wichtig. Oft gibt es dieselbe Diät in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen, und es lohnt sich, mehrere auszuprobieren. Bei Allergiediäten darf allerdings nichts anderes gefüttert werden, auch keine Leckerli, sonst wird das Ergebnis verfälscht. Wenn die Katze die Diät nicht annimmt, sprich mit der Praxis. Es ist besser, eine etwas weniger optimale Diät zu finden, die die Katze frisst, als eine perfekte, die sie verweigert.

Wann eine Umstellung schnell gehen muss

Manchmal bleibt keine Zeit für einen langsamen Wechsel, etwa wenn ein Futter zurückgerufen wird oder die Tierärztin wegen akuter Beschwerden eine sofortige Umstellung empfiehlt. Dann wechsle direkt, beobachte die Katze aber besonders gut. Leichter, weicher Kot in den ersten Tagen ist nicht ungewöhnlich. Bei starkem Durchfall, Erbrechen oder Appetitlosigkeit melde dich bei der Praxis.

Woran du erkennst, dass die Umstellung gelungen ist

  • deine Katze frisst das neue Futter bereitwillig
  • der Kot ist geformt und von normaler Farbe und Menge
  • es gibt kein Erbrechen und keine Blähungen
  • das Gewicht bleibt stabil oder entwickelt sich wie gewünscht
  • das Fell bleibt glänzend

Wiege deine Katze in den Wochen nach einer Futterumstellung regelmäßig. Neue Futtersorten haben oft eine andere Energiedichte, und die Fütterungsmenge muss angepasst werden.

Häufige Fragen

Darf ich mehrere Sorten abwechselnd füttern?

Ja, wenn deine Katze sie gut verträgt. Viele Katzen fressen gern abwechslungsreich, und ein Wechsel zwischen Sorten desselben Herstellers ist meist unproblematisch. Bei empfindlichen Katzen ist eine gleichbleibende Fütterung besser.

Meine Katze hat nach der Umstellung Durchfall. Was tun?

Geh einen Schritt zurück zum vorherigen Mischverhältnis und bleib dort einige Tage. Hält der Durchfall länger als zwei Tage an, enthält er Blut oder wirkt die Katze matt, sollte sie tierärztlich untersucht werden.

Wie stelle ich ein Kitten auf Erwachsenenfutter um?

Ab einem Alter von etwa einem Jahr, wenn das Wachstum weitgehend abgeschlossen ist, auf die gleiche schrittweise Weise. Bei großen Rassen kann das Kittenfutter auch etwas länger sinnvoll sein.

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